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Kickboxen: (Kampfsport Akademie Dresden e.V.)
Deutsche Medaillenflut bei Kick- und Thaibox-Weltmeisterschaft in Kanada

Deutschland ist endlich wieder internationale Spitze. Diese Erkenntnis blieb nach der vor zwei Wochen (5. bis 10. November) ausgetragenen Kick- und Thaibox-Weltmeisterschaft im kanadischen Niagara als freudiges Resümee. Allein die Vollkontaktsportler sorgten mit achtfachem Gold-, zehnfachen Silber- und dreifachen Bronzeglanz für Edelmetall im Überfluss. Die deutsche Nationalmannschaft stellte damit neben Russland und Amerika eine der drei erfolgreichsten Kämpferriegen der Welt. Ein mehr als achtbarer Erfolg. Schließlich qualifizierten sich Kick- und Thaiboxer aus immerhin 50 Nationen und fünf Kontinenten.

Auch dieses Jahr gehörten zwei Dresdner Athleten zu den heißesten Medaillenanwärtern des Turniers. Mit der 24 jährigen Cornelia Zimmer und dem 26-jährigen Lars Grundkowska durfte Bundestrainer Ronny Schönig gleich zwei seiner elbsächsischen Schützlinge im Kader begrüßen. Schönig – selbst Leiter der Kampfsportakademie Dresden, zeigte sich schon vor Beginn des Turniers optimistisch. „Conny und Lars fahren nach Kanada um Weltmeister zu werden“, spekulierte der neben Marco Ross zweite verantwortliche Nationalcoach. Auch wenn sich diese Prognose am Ende der WM nicht bewahrheiten sollte, Schönig gibt sich zufrieden. „Sowohl Conny als auch Lars sind zweifache Vizeweltmeister. Dies ist der jetzige und erfolgreiche Stand der Dinge. Es besteht sogar noch die Chance, dass Lars nachträgliche den Titel des Thaibox-Weltmeisters zugesprochen bekommt.“

Verlor Grundkowska sein Kickbox-Finale gegen den Russen Dimitrij Antonelko noch nach Stimmen eindeutig, sah es eine Stunde später und im entscheidenden Kampf um die Thaibox-Krone ganz anders aus. Der Amerikaner Yahuda Yahosuah bekam bereits in der ersten Minute des Kampfes schwere Treffer zu spüren. Erst ein unfairer und nach Sichtung des Videomaterials als absichtlich entlarvter Tritt unter die Gürtellinie schickte Grundkowska auf den Ringboden. Ein Zwischenfall, von dem sich der Dresdner auch nach einer Stunde medizinischer Behandlung nur schwer erholte. „Nach einem unabsichtlichen ausgeteilten Tritt dieser Art, hat ein getroffener Kämpfer fünf Minuten Zeit sich zu erholen und in den Kampf zurückzukehren. Andernfalls hat er den Regeln entsprechend verloren. Lars wurde trotz Tiefschutz so schwer verletzt, dass er aus dem Ring getragen werden musste. Damit gilt der Kampf bis zum Beweis eines absichtlichen Fehlverhaltens des Amerikaners als verloren. Das Video liegt nun bei der zuständigen Kommission in Großbritannien. In den nächsten zwei Wochen erwarten wir das endgültige Urteil.“

Auch wenn Cornelia Zimmer diese leidvolle Art der Niederlage erspart blieb, unglücklich verlor die Mechatronik-Studentin der TU-Dresden leider auch. Erst musste sich die 24-Jährige nach einem 1:2-Kampfrichter-Urteil im Full-Kontakt gegen Landsfrau Christine Henning geschlagen geben, später verlor die Dresdnerin auch ihr zweites Finale mit eben jenem knappen Resultat. Der Kanadierin Elaine Fower wurde nach verbittert geführtem Kampf der Sieg mit 2:1-Stimmen zugesprochen. „Dieses Kampfergebnis ist umstritten, aber nicht zu ändern. Conny dominierte klar das Gefecht und setzte die besseren Treffer. Die Entscheidung des Kampfgerichts kam daher überraschend. Damit müssen wir jetzt leben. Bei der nächsten WM in Spanien wird Conny umso energischer um den Titel fighten und ihn sich dann auch hoffentlich sicher holen.“

Nach einer Woche WM-Stress und bis zu sechs absolvierten Kämpfen in den Knochen, kehrten Deutschlands Kick- und Thaibox-Nationalkaderrecken Ende letzter Woche in die Heimat zurück. Dresdens Spitzensport ist nicht erst seit dem um zwei Aushängeschilder reicher.


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Original-Pressemitteilung
Artikel vom 24.11.2005, 13:31 Uhr
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