Deutschland spielt um Platz drei / Favorisierte Japaner und Amerikaner „joggen“ sich ins Finale / Deutsche Nationalmannschaft muss gegen Schweden ran
Es war eine harte Woche für Ronny Freudenberg und das Team der deutschen Nationalmannschaft. Zwei Spiele binnen vier Tagen waren zu absolvieren. Nach einem lockeren Aufgalopp gegen Südkorea (8. Juli, Endstand: 32:2) folgte nur vier Tage (12. Juli) später das absolute Highlight für den Kader von Defense-Coordinator Walter Rohlfing und Offense-Coordinator Brad Arbon, das erste internationale Aufeinandertreffen einer deutschen und einer amerikanischen Football-Nationalmannschaft. Auch wenn die US-Boys ihrer Favoritenstellung gerecht wurden, der deutsche Kader ging bei Weitem nicht unter, schlug sich beim 7:33 durchaus achtbar. 77:0. Das Endergebnis des Spieles Vereinigte Staaten von Amerika gegen Südkorea war ein Ausrufezeichen. Auch wenn die Asiaten sich in der Qualifikation nur mühsam gegen Australien durchsetzen konnten (22:13), gegen Deutschland in ihrem ersten WM-Auftritt dann klar verloren, so eine Demontage hatten nur wenige erwartet. Entsprechend gewarnt ging die deutsche Football-Nationalmannschaft in ihre Vorbereitung auf das alles entscheidende Spiel um den Sieg in Gruppe B. Weniger intensiv in der körperlichen Beanspruchung, dafür umso intensiver in der Analyse des bisher Gesehenen, so wollte der Trainerstab Rohlfing/Arbon den deutschen Jungs eine Chance verschaffen, den Amerikanern mit Köpfchen zu Leibe rücken. Lockere Trainingseinheiten, gefolgt von ausdauernden Teammeetings, so gestalteten sich die vergangenen Tage für Defense-Back und Dresden Monarch Ronny Freudenberg. Kaum eine Minute blieb in Japan ungenutzt, für Sightseeing war so nur wenig Zeit. „Die Wege sind hier sehr zeitraubend. Egal wo wir trainieren, keine Anfahrt ist kürzer als eine Stunde. Vor allem der Verkehr ist das Problem, weniger die Entfernungen“, berichtet der 28-Jährige aus Japan. Gegen 7.30 Uhr beginnt der Tag für Deutschlands Football-Recken. Nur selten endet er vor 23 Uhr. Entsprechend wenige Möglichkeiten zur Regeneration blieben Freudenberg und seinen Mannschaftskameraden. „Doch die Amis mussten ja genauso hart ran“, lässt der BA-Student keine Entschuldigung gelten. So setzte sich am gestrigen Vormittag die Klasse der Semi-Professionellen College-Spieler gegen Deutschlands Amateurkader durch. In allen Belangen besser, wenn auch keinesfalls haushoch überlegen, so präsentierten sich die US-Boys beim alles entscheidenden 33:7-Vorrundensieg gegen eine durchaus schlagkräftige GFL-Auswahl. Auch in Gruppe A setzten sich am gestrigen Abend die großen Favoriten durch. Japan, der amtierende, zweifache Weltmeister, schlug nach Frankreich (48:0) auch Schweden (48:0) auf beeindruckende Weise. So stehen die Paarungen für die Platzierungsspiele fest. Amerika trifft im WM-Finale auf Japan. Deutschland kämpft gegen Schweden um Platz drei. Südkorea und Frankreich bleibt nur das undankbare Gerangel um Rang fünf. Die Football-Weltmeisterschaft geht in Japan ihrem Ende entgegen. Am 14. und 15. Juli sollen nun die letzten Partien über die Platzierung entscheiden.